zurück

LCH fordert gemeinsame Vision für den KI-Einsatz

LCH ordnet Künstliche Intelligenz im Unterricht ein
Künstliche Intelligenz durchdringt unseren Alltag. (Foto: Gregor Fischer, CC BY-SA 2.0)

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz formuliert in einem Positionspapier Chancen und Risiken von KI-Systemen für das Bildungssystem und stellt Forderungen für einen ethischen und lernwirksamen Umgang.

Künstliche Intelligenz ist auch im Schulalltag längst angekommen: Sei es in Form von generativen Chatbots, Übersetzungsprogrammen und Lernanalysen (Learning Analytics) bis hin zu adaptiven Lernprogrammen und automatisierter Leistungsbewertung. Sorgfältig trainierte Algorithmen können Lernmuster erkennen und individuelle Lernempfehlungen generieren. In seinem Positionspapier geht der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH auf die möglichen Konsequenzen dieser Entwicklung ein.

Die Akteure im Bildungswesen müssen sich auf die Durchdringung von KI in allen Lebensbereichen einstellen. Für Schulen wirft der Einsatz von KI-Systemen zahlreiche Fragen auf – von Inhalten, Methoden, Lernmotivation, Leistungsmessung und Plagiarismus
bis zu Datenschutz, Chancengerechtigkeit und der Rolle der Lehrperson. Der LCH sieht Chancen, aber auch Risiken beim KI-Einsatz. Personalisiertes Lernen, neue Zugänge und dynamische Assistenzfunktionen stehen Intransparenz, Überwachung, Abhängigkeit und Täuschungsmöglichkeiten gegenüber. Generative KI-Systeme bergen die Gefahr einer Abwertung von Expertise und Motivationsverlust. Damit das Potenzial von KI-Systemen für die Bildung genutzt werden kann, braucht es eine reflektierte, massvolle Integration unter pädagogischer Verantwortung. Auf die Nutzung kommt es an.

Der LCH legt fünf konkrete Forderungen für einen gezielten und lernwirksamen Einsatz von KI-Systemen vor.

Gemeinsame Vision für den Einsatz von KI-Systemen in der Bildung entwickeln

KI-Systeme werden in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft eine bedeutende Rolle spielen. Es ist daher notwendig in Bezug auf KI-Systeme im Bildungswesen eine gemeinsame Vision zu entwickeln, unter Berücksichtigung der Chancengerechtigkeit.

Pädagogik-orientierte Entwicklung fördern und Autonomie sichern

Lehrpersonen müssen den Gestaltungsspielraum und die pädagogische Autonomie behalten, um KI-Systeme pädagogisch sinnvoll nutzen zu können. Ihre Kernaufgabe bleibt die persönliche und ganzheitliche Bildung der Schülerinnen und Schüler. Die menschliche Interaktion und die pädagogischen Fähigkeiten bleiben entscheidend für einen effektiven Unterricht, selbst wenn KI-Systeme als unterstützende Werkzeuge in Erwägung gezogen werden. Die Technik soll Lehrpersonen unterstützen, aber nicht ersetzen.

Ethischen Einsatz von KI-Systemen gewährleisten

Lehrpersonen praktizieren einen verantwortungsbewussten und ethisch reflektierten Umgang mit KI-Systemen. Lehrpersonen kennen die Möglichkeiten und Grenzen von KI-Anwendungen und prüfen diese kritisch. Dazu benötigen sie entsprechende ethische Leitlinien vom Bildungsträger.

Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen weiterentwickeln

Lehrpersonen verfügen über das Fachwissen und die pädagogisch-didaktischen Kompetenzen, um KI-Systeme pädagogisch-begründet und stufengerecht dort einzusetzen, wo sie das Lernen unterstützen und den Menschen zudienen. Lehrpersonen vermitteln notwendige Kompetenzen und leiten kritische Diskussionen zu den Auswirkungen von KI auf die Lebens- und Arbeitswelt. Gleichzeitig darf aber von Lehrpersonen nicht erwartet werden, dass alle zu KI-Expertinnen und -Experten werden

Forschung und Monitoring stärken

Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu KI-Systemen an Schulen werden gezielt gefördert. (pd)

Neuen Kommentar hinzufügen

Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können