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Luzern diskutiert über Beurteilungsformen in der Schule

Luzern diskutiert über Beurteilungsformen in der Schule
Wie sollen schulische Leistungen beurteilt werden? (Bild: Tim Reckmann, CC-BY 2.0)

Noten, Lernberichte, Feedbacks: Schulen und Lehrpersonen beurteilen Lernleistungen unterschiedlich. Der Kanton Luzern will in dieser Frage für Klärung sorgen.

Im vergangenen Sommer hat die Luzerner Zeitung über die Beurteilungspraxis an Stadtluzerner Schulen berichtet. Dort haben die Schulhäuser Wartegg, Staffeln und Säli im Zyklus 2 während des Semesters auf Noten verzichtet und diese mit schriftlichen Beurteilungen ersetzt. Das Semesterzeugnis besteht nach wie vor aus Noten, das sieht die kantonale Verordnung über die Beurteilung der Lernenden in der Volksschule so vor. Sie hält fest, dass die Leistungen von der dritten bis sechsten Klasse grundsätzlich mit Noten zu beurteilen sind. Für den Zyklus 1 gilt, dass Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage von «Ganzheitlich Beurteilen und Fördern» einen schriftlichen Kompetenzraster anstelle von Noten erhalten.

Das Vorgehen der Stadt Luzern ist kein Einzelfall, auch andere Schulgemeinden verzichten auf Ziffernoten und beschäftigen sich mit Beurteilungsformen. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage betont der Luzerner Regierungsrat nun, dass er im Rahmen des Schulentwicklungsprojekts "Schulen für alle" auch die Beurteilung thematisieren will. Und er strebt eine Vereinheitlichung an. So schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort: "Bisher gibt es für Gemeinden keine Vorgaben zu einer einheitlichen Beurteilungspraxis während des Semesters. Einige Gemeinden haben Beurteilungskonzepte entwickelt, die für alle Lehrpersonen verbindlich sind. Um Erziehungsberechtigten, Kindern und auch den Lehrpersonen selbst Sicherheit und Transparenz im Prozess der Beurteilung zu bieten, sollen sich alle Schulen künftig auf ein Beurteilungskonzept einigen." Wie genau diese Beurteilung aussehen soll, ist noch nicht klar. Die Regierung will die Debatte um die Noten ergebnisoffen führen und eine Lösung finden, die allen Beteiligten entspricht.

Als nächster Schritt führt die Dienststelle Volksschulbildung am 25. Januar die Zukunftskonferenz "Beurteilung bewegt" durch. Dort diskutieren rund 150 Personen aus Wirtschaft, Gewerbe, Schule, Politik sowie Wissenschaft, was sie unter einer zukunftsorientierten Beurteilung verstehen. (red)

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