Pandemie belastet die Schulleitungen
Das Institut für Professionsforschung und Personalentwicklung der Pädagogischen Hochschule Schwyz leitet die Studie zum Gesundheitszustand der Schulleiterinnen und Schulleiter in der Schweiz.(Bild: phsz.ch)

Eine Studie mit 385 Schulleiterinnen und Schulleiter legt offen, dass die Corona-Pandemie für Schulleitungen einen erheblichen Zusatzaufwand mit sich zieht.

Seit Juni 2021 untersucht die Pädagogische Hochschule Schwyz, welchen Einfluss die Covid-19-Pandemie auf die Arbeitsbelastung von Schulleitungen in der Schweiz hat. Dafür wurden 385 Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulstufen aus 25 Kantonen befragt. Rund 68 Prozent der Befragten sind aus der Deutschschweiz, 27 Prozent aus der Romandie und 5 Prozent aus dem Tessin.
Erste Studienergebnisse zeigen, dass sich ein Grossteil der Befragten trotz deutlich erhöhtem Arbeitsaufwand mehrheitlich gesund fühlt. Daneben gibt es jedoch eine stark belastete Gruppe: 29 Prozent berichten über ein reduziertes Wohlbefinden, 26 Prozent fällt es schwer, sich nach einem Arbeitstag zu erholen und 18 Prozent fühlen sich bei der Arbeit oft oder sehr oft erschöpft.

Etwas mehr als die Hälfte der Schulleiterinnen und Schulleiter gab an, deutlich länger arbeiten zu müssen als vor der Pandemie. Weiter verzichten 43 Prozent oft oder sehr oft auf Erholung, Freizeit oder Schlaf, um die beruflichen Aufgaben zu erledigen. Rund 29 Prozent müssen in einem Arbeitstempo arbeiten, das sie als belastend und langfristig nicht durchhaltbar einschätzen.

Die Studie offenbart ausserdem, dass neben der Anstellungsdauer die Höhe des Pensums für Leitungsaufgaben und die IT-Ausstattung der Schule relevant sind für die Gesundheit: Je länger die Schulleitungen an ihrer Schule tätig sind, je höher ihr Leitungspensum und je besser die IT-Ausstattung ist, desto besser ist ihre Gesundheit.

Die Ergebnisse weisen auf einen dringenden bildungs- und gesundheitspolitischen Handlungsbedarf hin, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Schulleitungen in der Schweiz zu verbessern und somit letztlich einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung einer hohen Bildungs- und Schulqualität zu leisten. Kantonale und kommunale Schulträger sind gefordert, die Arbeitssituation und die Anstellungsbedingungen der Schulleiterinnen und Schulleiter so zu gestalten, dass sie ihren Beruf gesund ausüben können. Dabei sind gerade in der anhaltenden Krise das Leitungspensum und die technische Ausstattung der Schule zu analysieren. (pd)

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