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PISA-Studie bescheinigt gute Leistungen, aber ...

PISA-Studie bescheinigt gute Leistungen
Die PISA-Studie 2022 untersucht die schulischen Leistungen. (Illustration: pisa-schweiz.ch)

Im internationalen Vergleich schneiden die 15-Jährigen in der Schweiz in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gut ab. Doch rund ein Fünftel bleibt unter den Mindestanforderungen.

Rund 7'000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren beteiligten sich in der Schweiz an den PISA-Tests in den Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Mit durchschnittlich 508 Punkten schneiden die auf der globalen PISA-Skala in der Mathematik erneut sehr gut ab. Das Resultat liegt über dem OECD-Durchschnitt von 472 Punkten. Nur sechs asiatische Länder sowie Estland sind besser als die Schweiz. Die übrigen 73 Länder schneiden signifikant schlechter ab. Allerdings erreichen 19% der Jugendlichen in der Schweiz die von der OECD beschriebenen Mindestanforderungen an eine mathematische Grundbildung nicht.

Leseleistungen insgesamt konstant, Zunahme an leistungsschwachen Jugendlichen

Die durchschnittliche Leseleistung bleibt mit 483 Punkten gut. Auch dieses Ergebnis liegt über dem OECD-Durchschnitt von 476 Punkten, es ist mit den Ergebnissen 2015 und 2018 vergleichbar. Angestiegen ist aber der Anteil der leistungsschwachen Jugendlichen, er beträgt 25%, derjenige der leistungsstarken Jugendlichen 9%. Bei den leistungsschwachen Jugendlichen ist der Anteil seit 2015 von 20 auf 25 Prozent gestiegen. Jeder vierte Jugendliche erreicht die von der OECD definierte Mindestkompetenz im Lesen nicht. Die Schweizer Resultate machen deutlich, dass die soziale Herkunft die schulischen Leistungen beeinflusst. Wer aus privilegierten Verhältnissen stammt, weist im Durchschnitt bessere Leistungen aus. Gemäss den PISA-Resultaten öffnet sich diese Schere immer mehr. 

Konsolidiert hat sich die Entwicklung der durchschnittlichen Leistungen im Bereich Naturwissenschaften. Mit 503 Punkten liegt die Schweiz über dem OECD-Durchschnitt von 485 Punkten. Dieses Ergebnis unterscheidet sich statistisch ebenfalls nicht von den Resultaten von 2015 und 2018.

Alle Kompetenzbereiche über dem Durchschnitt

Die Schweiz ist eines von 18 Ländern, deren Ergebnisse in allen drei Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt liegen. Bezogen auf die Schweiz sind die Veränderungen der
Ergebnisse über die drei PISA-Studien seit 2015 gering. Im internationalen Vergleich verbessern sich die relativen Positionen der Schweiz in allen drei getesteten Bereichen, da viele Länder, die zuvor vor der Schweiz lagen, bei PISA 2022 zum Teil deutlich schwächere Ergebnisse erzielen. Resultate vor 2015 werden in der Schweiz nicht analysiert, da die Anpassung der Erhebungsmethodik keinen Vergleich der Daten zulässt.

Lernerfahrungen und Motivation in der Pandemie

Neben Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften wurden auch individuelle Einschätzungen und Erfahrungen abgefragt. Zu den pandemiebedingten Schulschliessungen bietet der PISA-Bericht 2022 interessante Erkenntnisse. Viele Jugendliche berichten von positiven Lernerfahrungen und einem hohen Wohlbefinden während dieser Zeit. Deutlich negativ beeinträchtigt wurde dagegen die Lernmotivation. Sie fehlte bei rund der Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler. Wie die Resultate zeigen, konnte insbesondere die Erreichbarkeit der Lehrperson die Lernmotivation verbessern.

PISA steht für Programme for International Student Assessment und ist eine internationale Schulleistungsstudie, die in Kooperation mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt wird. Erhebungen finden üblicherweise alle drei Jahre statt. Dabei werden die Kenntnisse und Fähigkeiten von 15-Jährigen in den Fachbereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften untersucht. Die Schweiz beteiligt sich seit dem Jahr 2000 an PISA. (pd)

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