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Forschungskolloquium vom 28. März 2017 der PH Luzern

Lehrerfortbildungen zur Systemkompetenz im Geographieunterricht (SysKoLef)

Das Mensch-Umwelt-System gilt als Hauptbasiskonzept der Geographie und als Schlüssel zum Verständnis raumbezogener Phänomene (DGfG, 2014). Lehrkräfte sind ein zentraler Faktor für die Anbahnung des systemischen Verständnisses bei Schülern (Hmelo-Silver & Azevedo, 2006), ihr konzeptionelles Fachverständnis in der Geographie ist jedoch bislang nur gering ausgebildet (Lambert & Morgan, 2010; Fögele, 2016).

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden daher Lehrkräfte über einen Zeitraum von zwölf Monaten in Bezug auf das Hauptbasiskonzept fortgebildet. Die Professionalisierung von Lehrkräften zielt auf die (Weiter-)Entwicklung des Unterrichts ab. Neben den Wissensressourcen werden vor allem subjektive, berufsbezogene Überzeugungen (beliefs) als zentrale Ursache für eine mögliche Veränderungresistenz des eigenen Unterrichts identifiziert (Helsper, 2011), die jedoch häufig nicht hinreichend Beachtung finden. Der Fokus des hier gewählten Forschungszugangs wird auf die Rekonstruktion der tiefer liegenden impliziten Orientierungsmuster der Teilnehmer und deren Veränderungen gerichtet. Dazu werden episodisch über die gesamte Laufzeit der Fortbildung hinweg Gruppendiskussionen mit den Lehrkräften geführt, die mittelsdokumentarischer Methode (Bohnsack, 2011) prozessanalytisch ausgewertet werden (Fögele, 2016). Die so rekonstruierten und verdichteten, sinngenetischen Typen werden zusätzlich inhaltsanalytisch kategorisiert, um durch die Verschränkung der beiden methodischen Zugänge auch auf die Inhalte der Fortbildungsreihe gerichtete verbalisierte Erfahrungen zu erfassen.

Referent: Prof. Dr. phil. Armin Rempfler, PH Luzern

 

 

Zeitzeugnisse zur Fremdplatzierung im Geschichtsunterricht

Zeitzeugen beherrschen das öffentlich vermittelte Geschichtsbild in den Massenmedien. Der Zeitzeuge ist zu einer Leitfigur der öffentlichen Erinnerung geworden. Dieser nimmt zwei Rollen ein: auf der einen Seite, die vorab im erinnerungskulturellen Umfeld aufscheint, ist er eine bedeutsame Identifikationsfigur und für die geschichtswissenschaftliche Analyse wiederum ist er ein wichtiges Forschungsobjekt. Spannungsverhältnisse sind damit implizit. Wie geht man damit im Geschichtsunterricht um? Auch der neue Schweizer Geschichtslehrplan 21 widmet dem Zeitzeugen eine eigenständige Rubrik: «Die Schülerinnen und Schüler können aus Gesprächen mit Zeitzeugen Erkenntnisse über die Vergangenheit gewinnen.»

Der Beitrag beleuchtet in einem ersten Schritt Theorien zur Rolle und Funktion der Zeitzeugenschaft in der Gesellschaft mit Blick auf den Geschichtsunterricht und fragt anschliessend nach Untersuchungszugängen und Erhebungsmethoden im Kontext der Thematik der Fremdplatzierung.

Referent: Prof. Dr. phil. Markus Furrer

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Datum

Dienstag 28.03.2017 -
17:15 bis 19:00
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Veranstalter

PH Luzern, Forschung und Enwicklung

Lokal

Uni/PH-Gebäude, Frohburgstrasse 3, Luzern, Raum 2.B30

Ort

Luzern

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