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In digitaler Bildung ist die Schweiz Mittelmass

Online-Kurse werden in anderen europäischen Ländern wie Schweden, Island, Spanien oder England verbreiteter genutzt als in der Schweiz (7. Balken). (Grafik: BfS)

Das Bundesamt für Statistik hat die Internetnutzung und die digitalen Kompetenzen der Schweizer Bevölkerung einem internationalen Vergleich unterzogen. Die Verfügbarkeit und der Zugang sind überdurchschnittlich, bei Lernaktivitäten liegt die Schweiz zurück.

Das Internet breitet sich in Europa und in der Schweiz weiter aus und wird immer häufiger genutzt. In Bezug auf Internetzugang, Internetnutzung und digitale Grundkompetenzen liegt die Schweiz knapp über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Wie für andere Tätigkeiten werden digitale Instrumente auch für die Bildung immer häufiger genutzt. Untersucht wurde, inwiefern die Befragten in den drei Monaten vor der Erhebung das Internet genutzt haben, um sich privat oder beruflich zu bilden bzw. weiterzubilden.
In der Erhebung 2017 über die Internetnutzung wurden unabhängig von der Fachrichtung drei Lernaktivitäten analysiert.

  • Wie verbreitet sind Online-Kurse?
  • Wird Online-Lernmaterial verwendet ?
  • Wie häufig wird über Schul- oder Bildungsplattformen mit Lehrkräften oder Lernenden kommuniziert ?

Generell lässt sich festhalten, dass sich nur eine Minderheit der Bevölkerung im Internet bildet oder weiterbildet. Ausser in Island, wo drei Viertel der Befragten angaben, dass sie mindestens einer der drei Lerntätigkeiten nachgegangen sind, bewegen sich die Anteile in den Ländern, die über dem europäischen Durchschnitt (23%) liegen, zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bevölkerung. In der Schweiz haben in den drei Monaten der Befragung 26% der Bevölkerung das Internet für Lernaktivitäten genutzt.

Für eine vertiefte Analyse der Online-Lernaktivitäten boten sich die 16- bis 29-Jährigen an, denn sie zählen erstens zu den aktivsten Internetnutzerinnen und -nutzer und befinden sich zweitens meist noch in Ausbildung. Der Anteil der 16- bis 29-Jährigen, die das Internet für mindestens eine Lernaktivität verwendet haben, übertrifft den Schweizer Durchschnitt um 15 bis 20 Prozentpunkte. Island führt mit 89% auch hier die Rangliste an, allerdings verringert sich der Vorsprung gegenüber den anderen Ländern. In der Schweiz liegt der entsprechende Anteil bei 44%, in Spanien bei 51% und in Estland bei 58%.
In den meisten Ländern ist die Verwendung von Onlinelernmaterial (ohne komplette Online-Kurse) die meistgenannte Lernaktivität im Internet. Die Schweiz liegt in dieser Hinsicht mit einem Anteil von weniger als einem Drittel der 16- bis 29-Jährigen ausnahmsweise unter dem europäischen Durchschnitt. (pd)

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Veröffentlicht am

06.06.2018